Die menschliche Gesellschaft

Thomas Köller

Allgemeine Grundlagen der Politischen Theorie 3 | Die menschliche Gesellschaft

Gebunden
333 Seiten
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ISBN 978-3-945162-02-6
1. Auflage, Düsseldorf 2014

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Es ist eine der Grundfragen unseres Lebens wie der Sozialwissenschaft und der Politischen Theorie: Wie verbinden sich individuelle Autonomie und soziale Existenz des Menschen? Dem traditionellen wissenschaftlichen Weltbild und dem Neoliberalismus zufolge wird die Gesellschaft durch den Egozentrismus – die Konzentration allein auf die eigene, subjektive Perspektive – perfekt geordnet. Doch tatsächlich beeinflussen wir uns ständig gegenseitig und schränken wir unsere Autonomie deshalb häufig in dem Maß gegenseitig ein, in dem wir uns rein egozentrisch verhalten.

Möchten wir unsere Autonomie bewahren, kommen wir deshalb an Koordinierung und Kooperation nicht vorbei – für deren Zustandekommen es freilich auch keine Garantie gibt. Deshalb bleibt als legitimer Gegenstand der Sozialwissenschaft nur die Rekonstruktion des Gesamtinventars der möglichen Formen der zwischenmenschlichen Koordination – und dies ist denn auch, was dieses Buch unternimmt. Dadurch zeigt es, dass eine demokratische und solidarisch-sozialstaatliche politische Ordnung eine intelligentere Lösung des Problems der gegenseitigen Einschränkung ist als die neoliberale Ordnung der reinen Marktgesellschaft. Oder mit anderen Worten: Die für den Neoliberalismus konstitutive Verwechslung von Freiheit und Egozentrismus hat autoritäre politische Folgen.

Das Buch stützt sich wesentlich auf die Vorarbeiten Jean Piagets (1896-1980), der bekannt ist für seine Rekonstruktion der vier Stufen der kognitiven Ontogenese, also der geistigen Entwicklung vom Säuglings- bis zum Heranwachsendenalter. Doch tatsächlich verbergen sich dahinter nichts anderes als die vier möglichen, und zugleich den Egozentrismus in unterschiedlichem Maß überwindenden Formen der Koordination der je eigenen, individuellen Handlungen. Berücksichtigt man, dass diese Handlungen von jedem von uns auch mit den Handlungen der jeweils anderen koordiniert werden, ergibt sich das gesuchte Gesamtinventar der möglichen Formen zwischenmenschlicher Koordination also als natürliche Folge und Weiterentwicklung des piagetschen Werks – das heute zwar massiver Kritik ausgesetzt ist, dessen Kern nicht zuletzt durch die Zusammenschau aller drei Bände der Allgemeinen Grundlagen der Politischen Theorie jedoch weitestgehend bestätigt wird.

Inhalt

  1. Einführung

  2. Rekonstruktion der durch J. Piaget begründeten Genetischen Epistemologie

  3. Die möglichen Formen der intersubjektiven Handlungskoordination

  4. Wissenschaftliche und normative Politische Theorie

 

Über den Autor

Dr. Thomas Köller (*1966) studierte Psychologie, Sozialwissenschaften und Mathematik in Bochum, Duisburg, Catania (Sizilien) und Hagen. Abschluss als Diplom-Sozialwissenschaftler, Studienrichtung Politikwissenschaft, 1996 in Duisburg. Erarbeitung der Allgemeinen Grundlagen der Politischen Theorie u. a. während eines mehrjährigen Aufenthalts an der Universität Bielefeld in insgesamt über 15 Jahren intensiver Forschung, schließlich Promotion zum Doktor der Staatswissenschaften, erneut in Duisburg. Frühere Veröffentlichungen zur sog. regionalisierten Strukturpolitik.


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