Zeitkritik durch Erkenntniskritik

Vorbei am offenen demokratischen Prozess entsteht seit Jahrzehnten eine globale neoliberale Rechtsordnung, welche den rein ökonomischen Freiheitsrechten letztlich Vorrang selbst vor der Menschenwürde einräumt. Aufgrund internationaler Handels- und anderer Verträge werden alle Rechte bis hin zum Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zunehmend an die Verfügung über Eigentum anstatt an das bloße Menschsein gebunden.

Doch so sehr sich viele von uns gegen eine solche Entwicklung empören mögen (und so wenig in der juristischen Auseinandersetzung das letzte Wort bereits gesprochen sein mag): Weit weniger sicher sind wir, ob die immer fester gefügte neoliberale Ordnung nicht doch mit dem wissenschaftlichen Weltbild im Bunde stehe. Die moralische Kritik verpufft deshalb häufig; sie kann als irrational, nostalgisch oder populistisch verunglimpft werden – und bedarf deshalb der Erkenntniskritik als Fundament: des Nachweises, dass die neoliberale Theorie bloß pseudowissenschaftlich ist.

Die aus drei Büchern bestehenden Allgemeinen Grundlagen der Politischen Theorie, erstes Programm des Verlags Neue Aufklärung, beanspruchen denn auch, genau diesen Nachweis zu erbringen: Aufbauend auf der Rekonstruktion des gesamten wissenschaftlichen Weltbildes – des wissenschaftlichen Bildes der Welt und des Lebens, des Menschen und der Gesellschaft – zeigt Thomas Köller, dass die neoliberale Ordnung nicht natürlich ist, sondern autoritär; während die Aufklärungsphilosophie im Wesentlichen Bestand hat: Weder ist der Mensch egozentrisch (unfähig zur Koordinierung mit anderen), noch erwüchse aus allseitigem Egozentrismus die beste aller möglichen Welten.

Das wissenschaftliche Weltbild und die Mechanik des Marktes

Thomas Köller

Allgemeine Grundlagen der Politischen Theorie 1 | Das wissenschaftliche Weltbild und die Mechanik des Marktes

Bis vor einigen Jahrzehnten schien es, als werde irgendwann die Wissenschaft die Bewegung noch des kleinsten Partikels berechnen können – und damit den gesamten Lauf aller Dinge. Das große Ganze erschien als die bloße Summe der völlig unabhängig ihren eigenen Gesetzen folgenden Einzelteile, seine ... [mehr...]

Das wissenschaftliche und das egozentrische Menschenbild

Thomas Köller

Allgemeine Grundlagen der Politischen Theorie 2 | Das wissenschaftliche und das egozentrische Menschenbild

Was besagt das wissenschaftliche Weltbild in Bezug auf das Leben und den Menschen, seine Autonomie und soziale Eingebundenheit? Und hat der Neoliberalismus vor diesem Hintergrund Recht damit, den homo oeconomicus als das verbindliche wissenschaftliche Menschenbild auszugeben? Ist die neoliberale politische ... [mehr...]

Die menschliche Gesellschaft

Thomas Köller

Allgemeine Grundlagen der Politischen Theorie 3 | Die menschliche Gesellschaft

Es ist eine der Grundfragen unseres Lebens wie der Sozialwissenschaft und der Politischen Theorie: Wie verbinden sich individuelle Autonomie und soziale Existenz des Menschen? Dem traditionellen wissenschaftlichen Weltbild und dem Neoliberalismus zufolge wird die Gesellschaft durch den Egozentrismus ... [mehr...]